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Motivation

Golgie-Apparate, Thylakoide und endoplasmatische Retikula fliegen in meinem Kopf herum und formen lustige Bilder. Sie tun alles, nur nicht das, was sie sollen - stehen bleiben und sich zu ihrer Definition gesellen. Was sagt dir schon unser Name? beschweren sich die fleißigen Zellarbeiter und ich muss ihnen zögerlich Recht geben. "Golgie-Apparat" klingt eher nach einer physikalischen Versuchsanordnung als nach jener organischen Postzentralstelle, die sich abertausende Male in jedem lebenden Wesen befindet. Also was soll das ganze Getue um die korrekte Bezeichnung?
Das Telefon klingelt und reißt mich aus der Unterhaltung mit meinen namenlosen, bunten Bildchen. "Hallo, hier ist Mayer", leiert meine Stimme routiniert in den Hörer. Nach einer Katja wird gefragt und ich verneine - "gibt's hier nicht". Verwählt.
Genervt durch die Unterbrechung und nach einem kleinen Motivations-schoko-ei wende ich mich wieder mit besten Absichten den kleinen Strukturen des Lebens zu. Ich zücke im Kampf um Ordnung in meinem Kopf nun die Kopie mit unbeschrifteten Skizzen, ein Meisterwerk taktischen Kalküls denke ich mir. Jetzt muss es ja klappen! Schnell beschrifte ich, rate viel und hoffe auf Geistesblitze aus dem Nirgendwo. Der Moment des Vergleichens ist gekommen. Tataratam, Trommelwirbel, uuund? - "Tut mir Leid, Verwählt, die Mikrotubuli sind hier nicht zu finden.", bekomme ich pampig zu hören. Schon beim ersten Versuch ein Misserfolg. Die Resignation steigt leicht und beständig wie ein Ballon immer höher in mir auf, höher und höher. Wo ist die Nadel?! Dann schreie ich nahe am Durchdrehen meine Gedanken an "Still gestanden!". Alles erstarrt vor Schreck und ich sehe ein spitzes Metallding vor mir blitzen, heb es auf und steche mit einer gezielten Bewegung in den Ballon, der auf einmal ganz klein wird. Ich kommandiere weiter "Alles an die Plätze!". Wie vom Teufel selbst getrieben finden die Abbildungen auf einmal zu ihren Namen und bleiben ängstlich stehen. Na also, geht doch! Jetzt liegt es an mir das Telefonbuch zu schreiben...
5.12.06 22:30


Momentaufnahme

Papier, Papier, rief der Weihnachtsmann und sprang in den Fluß! Das Leben ist zu krotesk um Worte dafür zu finden. Worte leben, sie werden geboren und wachsen, so wie die Zeit wächst, ändern sich, so wie die Zeiten sich ändern und werden von der Bekanntschaft eines jeden Lesers geprägt.

Sonntagabend. Ich sitze tief in meinem weichen Kinosessel vergraben und wische mir die letzten Tränen aus den Augen, bevor das Licht angeht und der Kinosahl gesäubert wird. Gesäubert von sentimentalen Menschen, die allein mit ihren Gedanken den Nachspann an sich vorbeiziehen lassen - und dem Müll. Die Szenen schieben sich noch einmal vor mein inneres Auge. Klar sehe ich das Morden, die Schändungen von Frauen durch Soldaten, den Verrat. Ich schlucke, zeichne mein Gesicht neu - eines ohne Tränen eben - und verlasse den Raum, in dem das Licht lebendig zu werden scheint. Die Schatten der Bilder huschen nach mir aus der Tür. Französische Revolution. Eine Verrückte. Vergangenheit? Meine Schritte bewegen sich die Treppe hinab. Gegenwart! schreit es in meinen Gedanken. Täglich das selbe. Mal hier, mal dort. Menschen vergessen sehr schnell. Helden verblassen und nur noch ihre Geschichten erzählen vom einstigen Ruhm, der die Welt ein wenig heller machte. Was nützt es ein Held zu sein, wenn am nächsten Tag untergegangen ist, was man zuvor rettete? Ich laufe den Koridor entlang und das grelle Licht blendet mich. Als ich nach draußen trete überrascht mich der Regen. Leicht berührt er meine Haut, wie um zu sagen du weinst nicht allein um diese Erde. Der Wind versucht mich spielerisch davonzutragen, fährt mir durch das Haar. Komm mit mir flüstert er. Lass los. Ich laufe weiter. Zwischen dunklen Weihnachtsmarktbuden entlang. Der Duft des Tages hängt noch in den Ritzen und Papier jagt auf der Straße dem Leben nach. Ich haste in eine schmale Gasse und für einige Sekunden bleibt mein Blick an einem alten Haus hängen. Mittelalter oder so. Wenn Häuser sprechen könnten, würden sie ihren Spott mit uns treiben lacht eine Stimme höhnisch in mir auf und ich komme mir beobachtet vor. Ich schwinge mich auf mein Rad und fahre davon. Feige fliehe ich um zu überleben.
3.12.06 23:32


Tagebuch einer kranken Seele

"Von was ich träume?
Von dem einen Moment, den sich alle großen Kinder erträumen. Dass sie jemand in den Arm nimmt und ihnen sagt, dass alles gut wird. Und dass sie in helle Augen blicken dürfen, in denen nur dieser eine Satz beständig strahlt - und dass sie diesen Augen glauben können."
23.11.06 23:05